Blancpain Endurance Series – 1000 km Rennen Nürburgring – Samstag

Geplant war der Besuch der Veranstaltung seit über einem halben Jahr, eigentlich als eintägiger Besuch am Sonntag. Da die Liebste allerdings so nebenbei sagte, ich solle doch Samstag schon fahren war ich ja sehr schnell überzeugt.
Der Plan war, um 11.45 Uhr auf der Tribüne zu sitzen zum ersten GT4 European Series Rennen.
Mit Liesette, dem Las Moras Racing Team, dem letztjährigem Eifelblitz und überhaupt. 🙂

Grundsätzlich machbar, morgens halt eine Stunde früher aufstehen, das Nötigste auf der Arbeit erledigen, und weg. Passt normalerweise um gegen halb 10 vor Ort zu sein.

Problem 1: der Chef erklärt mir Mittwochs schon das ich um 9 Uhr bei einem Kunden etwas ausliefern muß. hahaha.
Problem 2: der Chef fragt wann ich denn fahren wollte. Nachdem er mir erklärte das ich morgens auch noch kurz bei einem Kunden Ganzweitweg was abliefern muß. Hurra!

In Verbindung mit der circa 30% längeren Fahrzeit durch das, nun gut, nicht allzu schnellste Wohnmobil in den Anstiegen der Eifel und einem nochmals etwas vorgezogenem Wecker, also halb 4, stand ich tatsächlich um 11.15 Uhr auf dem recht leeren großen Parkplatz hinter dem überflüssigen Lindner Hotel und neben dem verschimmelten Eifeldorf Grüne Hölle. 5 Euro Parkgebühr ärmer und mit der Ermahnung dort nicht zu übernachten durfte ich mich an das unterste Ende des fast leeren Parkplatz neben ein anderes Wohnmobil stellen.

Den gepackten Rucksack nehmen, zur Tribüne gehen, Ticket kaufen, erfahren das es KEINEN Zeitplan und KEINE Starterliste gibt, das ist mir in 40 Jahren Motorsport live noch nie passiert, den einlaminierten Zeitplan der Frau an der Kasse mit dem Telefon knipsen (sah man natürlich nichts drauf wegen Lichtreflektion), Kaffee kaufen und bis zur tatsächlich geöffneten T4a (Mercedestribüne) gehen war quasi eine Bewegung und so saß ich pünktlich zur Einführungsrunde um 11.45 auf der Tribüne. Perfekt! 🙂

Trocken, Sonne, fast schon warm, Kaffee, Kekse und ein spannendes Rennen waren die erste Belohnung für das frühe Aufstehen. 🙂
Ein paar Fotos und HIER das Ergebnis des ersten Rennens.

Nach dem ersten Rennen ein Abstecher ins Fahrerlager.
Aktuelle und kommende Fahrzeuge der Lamborghini Super Trofeo Europe, Team Trucks, besonders den komplett in Karbon Optik folierten Pirelli Truck fand ich cool, und den Parc Ferme des ersten GT4 Rennens gab es zu sehen.

Dazu etwas Übertragungstechnik, eingepackte supergeheime Bentleys, mehr Lambos, GT3 Aston Martin für das kommende Rennen, unverschämte Preise für WLAN und Bremsscheiben die wesentlich größer sind wie eine durchschnittliche Pizza. 🙂

Das ‚Pre-Qualifying Practice‘, was für ein schöner Begriff für ‚freies Training‘, hab ich zum Teil im Fahrerlager vertrödelt, von der rückseitigen Fahrerlagertribüne oder vom Boxendach aus angesehen. Wenig spannend und so bin ich vor Ende in den Beck°Gedenk Boulevard rüber um mir die angekündigte Simracing Ausstellung mal anzusehen.

Aber hallo!
Zum einen habe ich da noch nie so viele Menschen gesehen. Zum anderen gab es echt viel Interessantes zu sehen.
RC-Modell Autos in verschiedenen Größen, zwei große aufgebaute Rennstrecken für diese und Platz für die Teilnahmer auf der einen Seite der ungenutzten Arena mittendrin, auf der anderen Seite Simulatoren auf PC Basis und Zubehör für Playstation und Xbox von verschiedenen Herstellern.
Da kommen mal ganz andere Leute zum Ring und hoffentlich auch in Verbindung zum realen Rennsport!

Glanzlicht war natürlich ein ausgefahrenes Turnier auf 24 identischen Simulatoren, übertragen auf die große und normalerweise auch ungenutzte Videoleinwand. Sehr cool!
Mehr Informationen gibt es zum Beispiel HIER oder HIER.
Insgesamt sehr gelungen, hoffentlich gibt es da eine Wiederholung von.

Zurück zum realen Rennsport!
NATÜRLICH hatte es in der Zwischenzeit angefangen zu regnen, hallo Eifel!
Pünktlich zum Start des ersten Rennens der Lamborghini Blancpain Super Trofeo saß ich auf meinem Lieblingsplatz, T4 ziemlich weit links oben vor dem Geländer in der 2. Reihe. Trocken. 🙂

Das Rennen wurde hinter dem Safetycar gestartet, sehr schick übrigens wie oben schon mal auf einem Foto zu sehen, natürlich auch ein Lamborghini, und in dem Moment wo die Jungs frei fahren konnten stand natürlich der erste im Kies.

Ein ganz großes Lob an alle Helfer und Streckenposten, Treckerfahrer, Abschlepp- und Krankenwagenbesatzungen.
So schnell und präzise wie die gearbeitet haben, da können sich manche höherklassigen Veranstaltungen mal was von absehen.
Zum Beispiel ein Auto im Kies in der ersten Kurve, nach einer Minute hing der am Haken des Schlepptreckers, nach zwei Minuten stand der hinter der Leitplanke, nach drei Minuten war der Rettungswagen da und der Fahrer versorgt und nach fünf Minuten spätestens stand das Auto auf dem Abschleppwagen. Super! Perfekte Organisation. Und das nicht einmal, sondern den ganzen Samstag und Sonntag.

Insgesamt auch ein schönes Rennen auf abtrocknender Fahrbahn, anschließend etwas Arbeit für Reifenstapel und Streckenbegrenzung wieder zu befestigen … 🙂

Anschließend gab es das zweite Rennen der GT4 Autos, vom Start an sehr spannend bis leider der Porsche von Viebahn/Sanders bei einer etwas optimistischen Aktion umgedreht wurde. Anschließend konnte man schön mal so eine Ginetta fliegen sehen, beeindruckend.
Rennberichte dazu gibt es übrigens zum Beispiel HIER

Als letzte spannende Veranstaltung zum Schluß des Tages auf der Rennstrecke das Qualifying für das Blancpain Endurance Series 1000 km Rennen morgen.
Aktueller Zustand: mittelgrau, aber man sieht noch die Burg.

Grundsätzlich gilt: es werden drei mal 15 Minuten gefahren, zwischendurch 5 Minuten Pause zum Fahrerwechsel. Jeder der drei Fahrer pro Auto muß einmal raus, die schnellste Zeit pro Auto wird gewertet.
Die ersten 15 Minuten waren noch trocken, hat dem Nissan #35 aber trotzdem nicht geholfen… 🙂
Extrem beeindruckend: der Sound der Bentley Continental GT3!
Die habe ich das erste mal live gesehen und das sind schon von Optik, Erscheinung und Sound beeindruckende Autos.
Und die Nissan natürlich.
Der Rest ist so ‚gewöhnliche‘ GT3, wenn das denn überhaupt geht. Auffällig: es war kein einziger Porsche mehr dabei, da wird es echt Zeit um das neue Modell zu homologieren.
Der zweite und dritte Durchgang war dann sehr nass und wenig spannend.

Zum Schluss, ich war dann auch schon über 14 Stunden auf den Beinen und etwas müde, nochmal in den Beck°MillionenGrab Boulevard, da waren gerade Interviews unter anderem mit Marc Hennerici, selbst Rennfahrer und beim ADAC verantwortlich für die Durchführung dieser Simrace Expo.
Das Mädel auf dem dritten Foto hatte übrigens den am meisten fotografierten Po des Tages.
Ich hab mir dann noch den Start des zweiten Halbfinales des Simrace Turniers angesehen und habe mich dann in mein Wohnmobil verdrückt.
Müde war ich, und einen Schlafplatz brauchte ich ja auch noch.
Auf dem Weg zum Parkplatz kam ich zwangsweise an diesem verschimmeltem Eifeldorf Grüne Hölle vorbei. Die Fotos sind von Samstag abend, circa 19.30 Uhr, kein, aber auch wirklich ausser mir gar kein Mensch da und alles dunkel außer dem Eingang in das zweite Lindner Hotel hier.
Ist da so grundsätzlich alles geschlossen?
Ich dachte wenigstens an den Wochenenden wäre da irgend etwas geöffnet.
Nunja.
Zu den Anfangs zwei Wohnmobilen hatten sich noch drei andere gesellt, die hatten den Hinweis von wegen nicht da übernachten aber scheinbar nicht verstanden und die standen Sonntag noch genau so da. Hätte ich auch gemacht, aber ich wollte ja noch zum Brünnchen. 🙂

Das war gar keine Überlegung, der schöne große Parkplatz am Brünnchen lädt ja quasi zum Übernachten ein.
Also dahin.

12

Den Platz hatte ich dann allerdings gegen halb 10 abends doch wieder verlassen.
Zu den laufenden Stromgeneratoren hatte ich ja schon Abstand gelassen, die paar Autos auf der Straße hatten auch nicht gestört, aber dann kam nach mir noch ein Wohnmobil und stellte sich 20 Meter vor mich. Dann kam noch ein Wohnmobil und stellte sich auch dort hin, neben das erste, die kannten sich.
Und hatten es sich bequem gemacht. Und laut erzählt. Und noch etwas lauter erzählt.
Und nachdem die 6 oder 7 Leute da eine halbe Stunde am Stück ‚für dich soll es rote Rosen regnen‘ gesungen hatten, wenn man das so nennen kann,
bin ich ins Gewerbegebiet nach Meuspath gefahren und habe da fantastisch geschlafen. 🙂

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